Cum hoc, ergo propter hoc? — Die Studie “Muslime in Deutschland” und ihre Rezeption

22. Januar 2008
Christian Voigt

Wenn ich so durch Neukölln spaziere, frage ich mich häufig, was eigentlich all meine muslimischen Nachbarn in den Dönerbuden, den Kulturvereinen, den kleinen Kiosken und Trödelläden, so über dies oder das denken. Wie finden sie z.B. die Debatte über ihre Integration? Was sagen sie zu den beunruhigenden Ereignissen in Pakistan, zum Krieg im Irak oder in Afghanistan? Wie religiös sind sie und welcher Art ist ihre Religiosität? Bisher war ich trotz meiner Neugierde immer zu schüchtern sie zu fragen. Deswegen kam es mir sehr gelegen, dass kürzlich eine Studie, beauftragt vom Bundesinnenministerium, einige dieser Fragen an Muslime in Deutschland stellte.

In den Zeitungen las sich das so: “Jeder siebte Muslim radikal? Religiöse Einstellungen von muslimischen Migranten können eine Integration verhindern. Zu diesem Ergebnis kommen Hamburger Wissenschaftler in einer Studie im Auftrag des Bundesinnenministeriums.” (Hamburger Abendblatt)

Oder die FAZ: “Nach einer vom Bundesinnenministerium in Auftrag gegebenen Studie neigt fast die Hälfte der jungen Muslime in Deutschland zu fundamentalistischen Auffassungen. Laut den Ergebnissen der insgesamt fünfhundert Seiten umfassenden Untersuchung ist etwa jeder vierte junge Muslim der Gewalt zugeneigt.” (FAZ)

Schlechte Nachrichten also, oder? Nach der Debatte hier im Blog war mir das natürlich unangenehm: Schien sich hier doch eine generell ablehnende Haltung gegen den Islam zumindest ansatzweise zu bestätigen. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als selbst einmal nachzuschauen, was in dieser Studie nun eigentlich herausgefunden wurde (ich beziehe mich im folgenden auf die 30-seitige Kurzdarstellung). Was sich dabei zeigte: Man kann den Zeitungen größtenteils nicht vorwerfen, Falsches berichtet zu haben. Was man ihnen aber vorwerfen kann, ist eine unkritische Haltung gegenüber der Studie, eine ins Negative verzerrende Selektivität und eine starke Vereinfachung der komplexen Schlussfolgerungen, die die Autoren der Studie ziehen.

Cum hoc, ergo propter hoc? Von der Erzeugung falscher Eindrücke

Statistisch gesehen hängt die Anzahl der Hai-Attacken mit dem Eiskonsum zusammen: Wird mehr Eis konsumiert, werden die Haie gefährlich. Wird weniger konsumiert, so werden auch die Haie friedlicher. Sollte man nicht auf das Eis-Essen ganz verzichten?

Statistisch gesehen hängt auch der Konsum von Volksmusik mit der Lebenserwartung zusammen: Menschen, die in ihrem Leben Volksmusiksendungen schauen werden älter als solche, die bei diesen Sendungen abschalten. Sollte man nicht lieber täglich eine Stunde Musikantenstadl schauen, um fit zu bleiben?

Natürlich nicht. Haiangriffe und Eiskonsum korrelieren miteinander, weil beides ansteigt, je wärmer das Wetter wird und je mehr Menschen sich also an Stränden aufhalten. Der Konsum von Volksmusiksendungen steigert nicht die Lebenserwartung, sondern ist einfach vorrangig unter alten Menschen verbreitet. Wer früher stirbt, wird deswegen häufig auch keine solche Sendungen in seinem Leben gesehen haben. Beide Schlüsse sind Beispiele für das fehlerhafte Schlussprinzip “Cum hoc, ergo propter hoc” (”Mit diesem, also wegen diesem”, weitere Beispiele hier).) Korrelation ist nur notwendig und nicht hinreichend für Verursachung.

Nun sagt also die Studie, dass jeder siebte Muslim in Deutschland radikal sei und 40% zu fundamentalistischen Auffassungen neigen würden. Macht der Islam die Menschen also zu gewalttätigen Demokratiehassern und Terrorsympathisanten? Sollte man also den Islam so bekämpfen, wie antisemitische Verschwörungstheorien? Die Studie hätte erst dann überhaupt zu einem solchen Ergebnis gelangen können, wenn die Ergebnisse der Testgruppe mit denen einer Kontrollgruppe verglichen worden wären, deren Mitglieder sich von denen der Testgruppe nur in bezug auf ihre Religionszugehörigkeit hätte unterscheiden dürfen. Denn erst dann wäre man über die einfache Entdeckung einer Korrelation hinausgelangt.

Da in der vorliegenden Studie eine derartige Kontrollgruppe fehlt ist das Ergebnis “jeder siebte Muslim radikal” kausal so vielsagend wie die Erkenntnis, dass die Mehrzahl der Muslime in Deutschland dunkelhaarig ist. Keiner deutschen Zeitung wäre das die Meldung wert “Nur jeder tausendste Muslim blond!” Zufällig haben viele deutsche Muslime zusätzlich außerdem schlechtere Partizipationschancen, einen Migrationshintergrund und leiden unter Diskriminierungserfahrungen. Sollte man nicht lieber diese Korrelation untersuchen, als die zwischen Religionszugehörigkeit und Gewaltbereitschaft? Umso mehr, weil Gewaltbereitschaft und Demokratiefeindlichkeit unter nicht-muslimischen Deutschen ein ähnliches Ausmaß besitzen, es also sogar durchaus Indizien dafür gibt, dass Muslim-Sein und Gewalt-Bereit-Sein kausal voneinander unabhängig sind.

Die richtige Schlagzeile fand also die Deutsche Welle, die den Titel “Deutsche Muslime nicht radikaler als Nichtmuslime” wählte. Warum titelten die großen deutschen Tageszeitungen nicht auf diese Weise? Wohl nur deswegen, weil nur bei “Jeder siebte Muslim radikal” das anti-islamische Vorurteil empirisches Futter findet. Wie sonst ließe es sich erklären, dass in den Zeitungsartikeln die eigentlich von der Studie gebotenen Erklärungsversuche entweder ans Ende der Artikel verbannt oder sogar vollständig ignoriert wurden?

Was in den Zeitungen fehlt

Was in den Zeitungen meist fehlt ist z.B. die “religiöse Binnendifferenzierung” unter deutschen Muslimen, die die Wissenschaftler nicht einfach im Forschungsdesign voraussetzen, sondern empirisch zu untermauern versuchen. Allein diese Differenzierung hätte schon dem falschen Eindruck in den Zeitungsartikeln (und bei manchen Leserinnen und Autorinnen dieses Blogs) entgegenwirkt, dass die Befragten im Grunde alle dasselbe “islamische mindset” besitzen würden.

Anhand ihrer Antworten lassen sich die Befragten vier unterschiedlichen Arten der Religiosität zuordnen: Gering religiös sind 17,5%, orthodox religiös 21,9%, “fundamentalistisch orientiert” 39,6%, traditionell (kulturell konservativ, aber eher unreligiös) 21%. (Olivier Roys Klassifizierung verschiedener Formen der Religiosität unter Muslimen erweist sich dabei also empirisch als durchaus adäquat.)

Fundamentalistisch?

Fast 40% fundamentalistisch orientiert? Das scheint viel zu sein. Aber Vorsicht! Als fundamentalistisch wurde eingestuft, wer Aussagen wie die folgenden für “eher wichtig” oder “sehr wichtig” hielt:

  • “Ich glaube, dass jeder gute Moslem dazu verpflichtet ist, Ungläubige zum Islam zu bekehren.”
  • “Es sollte verboten sein, Moslems dazu zu bringen, ihre Religion zu wechseln.”
  • “Nichtmuslime sind von Allah verflucht.”

Abgesehen davon, dass hier voreilig von den Antworten auf Überzeugungen geschlossen wurde, scheint es mir, dass die breite Öffentlichkeit “Fundamentalisten” radikalere Überzeugungen als diese hier unterstellt. Die Bezeichnung “fundamentalistisch orientiert” erscheint mir insofern durchaus irreführend, gerade aufgrund der voraussehbaren Verkürzung in den Medien. Olivier Roys Definition des Fundamentalismus z.B. hätte hier zu teilweise anderen Fragestellungen geführt.

Hinzu kommt, dass es durchaus seinen Grund hat, dass hier von “fundamentalistisch orientiert” gesprochen wird, statt einfach nur von “fundamentalistisch”: “Extremwerte fundamentaler Orientierungen finden sich bei den fundamental Orientierten nur bei 14,4% (dies entspricht 6,1% der Gesamtstichprobe), weshalb die Bezeichnung als “Fundamentalisten” zu undifferenziert wäre.” (S.17) Vollblut-Fundamentalisten machen also nur eine äußerst geringe Minderheit unter den Muslimen aus. In den Zeitungen wird aber einfach der technische Term “fundamentalistisch orientiert” übernommen, ohne die notwendige Explikation hinzuzufügen. Der Zeitungsleser gewinnt so allzu leicht den Eindruck, dass 40% der Muslime waschechte Fundamentalisten seien. Man kann den Autoren der Studie aufgrund dieser Terminologie eine gewisse Blauäugigkeit vorwerfen, den Journalisten aber muss man vorwerfen unnötig Ängste zu schüren und Vorurteile zu bestätigen.

Radikal?

Ähnlich problematisch ist die Aussage, dass jeder siebte Muslim radikal sei. Wie kommt es zu diesem Ergebnis? Die Testpersonen wurden für drei Themenbereiche gefragt, ob sie charakteristischen Aussagen zustimmen würden. Die Bereiche waren “Einstellungen zu Demokratie, und Rechtsstaatlichkeit”, “Einstellung zu bewaffnetem Kampf und körperlicher Gewalt mit religiöser Motivation” und “Einstellungen zu terroristischen Gewalthandlungen im Kontext des Islam”. Es ist keinesfalls klar, ob die gewählten Aussagen zu diesen Themenbereichen wirklich einen charakteristischen Aussagegehalt besitzen. Im Anhang zu diesem Artikel gebe ich einige Beispiele für problematische Formulierungen.

Aus den so gewonnenen Ergebnissen wurden dann zwei Problemgruppen abgeleitet: Eine Gruppe mit “hoher Demokratiedistanz” und eine mit “hoher politisch-religiöser Gewaltlegitimation”.

Die Gruppe radikaler Muslime wurde nun einfach gewonnen, indem diese Gruppen zusammengeführt wurden. Es reicht also schon, dass man zu einer dieser Gruppen gehört, um als radikal zu gelten. Viel geringer ist dagegen die Anzahl derer, die zu beiden Gruppen gehören. Hier handelt es sich nur um 5,9%. Noch geringer ist die Zahl derer, die zusätzlich auch noch stark religiös sind. Hier handelt es sich nur um 1,2%!

Welche dieser Zahlen sagt uns nun eigentlich, wieviele radikale Muslime es gibt? Jeder siebte? Jeder zwanzigste? Oder gar nur jeder hundertste? Man hätte von den Journalisten durchaus erwarten dürfen, auf dieses Intepretationsproblem hinzuweisen.

Zu komplex für Journalisten?

All das darf man nicht einfach der Studie vorwerfen. Denn dort lässt sich alles finden, was man in den Zeitungsartikeln vermisst. Statt einfach nur die nackten Zahlen zu referieren und dem vollkommen überforderten Zeitungsleser ihre Interpretation zu überlassen, hätten die Journalisten einfach nur einen höchst interessanten und differenzierten Absatz wie den folgenden zusammenfassen müssen:

“Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse wäre es unzureichend, Radikalisierungspotenziale mit Blick auf Haltungen zu Demokratie und Rechtstaatlichkeit alleine durch soziale Exklusion zu erklären oder primär religiöse Orientierungen für entscheidend zu erachten. Auch das Ge- und Misslingen sozialer Integration alleine ist nicht für alle ausschlaggebend, wiewohl für eine relevante Teilgruppe hoch bedeutsam.

Problematische Einstellungsmuster, bei denen man von einem Radikalisierungspotenzial sprechen kann, bestehen bei einer Teilgruppe der Muslime trotz des Vorliegens eigentlich günstiger Partizipationsoptionen (vermittelt über hohe Bildung). Sie finden hier ihre Erklärung eher in der Wahrnehmung einer stellvertretenden Viktimisierung im Sinne kollektiver Marginalisierungswahrnehmung bezogen auf die Lage der Muslime in Deutschland. Die zweite Teilgruppe beschreibt Erfahrungen, die als Erlebnisse der Enttäuschung durch die Aufnahmegesellschaft umschrieben werden können. Diese Muslime sind im Grundsatz integrationsorientiert und anpassungsbereit. Radikalisierungen ergeben sich hier aus einer Verbindung geringer Partizipationsoptionen (vermittelt über niedrige Bildung) mit individuellen Erlebnissen der Benachteiligung und des sozialen Ausschlusses. Bei der dritten Gruppe ist demgegenüber ein eigenständiger Rückzug in ein traditionelles ethnisches Milieu zu konstatieren. Es handelt sich um Personen, bei denen innere religiöse Überzeugungen im Sinne von Gläubigkeit nicht die zentrale Rolle spielen. Es finden sich hier vielmehr in erhöhtem Maße Personen, die auf äußere Rituale insistierende und sich u.a. auch darüber von der Aufnahmegesellschaft distanzierende, in letzter Konsequenz sich selbst exkludierende Haltungen zeigen, die teilweise mit Radikalisierungstendenzen verbunden sind.” (S.26)

Ist das zu komplex für deutsche Zeitungen? Eigentlich sollte es doch genügend Journalisten geben, die die self-fullfilling prophecy vom “clash of cultures” verhindern wollen, genügend, die durchaus den Anspruch haben, ihrer breiten Leserschaft wissenschaftliche Erkenntnisse zu vermitteln. Warum also betitelt die Sueddeutsche ihren Artikel mit “Der Islam und die Gewalt” und schreibt darunter “Rund ein Viertel der in Deutschland lebenden Muslime ist zu Gewalttaten gegen Andersgläubige bereit. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Innenminister Schäuble in Auftrag gegeben hat.”? Warum schreiben sie so etwas, wenn sich in der Studie keine solche Zahl findet? Und warum bringen sie eine solche Überschrift und einen solchen Aufhänger, wenn sie dann im vorletzten Absatz folgendes hinzufügen: “Der Kultur- und Sozialanthropologe Werner Schiffauer sagte dem Blatt, die Hamburger Studie komme auch zu dem Schluss, dass demokratiefeindliche Einstellungen bei nicht-muslimischen Deutschen etwa ebenso häufig anzutreffen seien. Daher könne nicht gesagt werden, dass der Islam Demokratiefeindlichkeit stärker fördere.”

Man würde gerne wissen, wie eigentlich die Urheber der Studie dieses Medienecho verkraftet haben. Man würde gerne wissen, wieviele Journalisten die Kurzzusammenfassung der Studie eigentlich bis zum Ende gelesen haben. Dort steht:

“Dies bedeutet indessen nicht, dass starke Religiosität bzw. starke Gläubigkeit der entscheidende oder gar einzige Wirkfaktor wäre. Unter den stark Gläubigen, auch unter der Teilgruppe der fundamental orientierten Muslime, finden sich die geschilderten Ungleichwertigkeitsideologien und autoritaristischen Tendenzen zwar mit erhöhter Wahrscheinlichkeit, aber auch hier nicht bei der Mehrheit. Maßnahmen, die dies nicht in Rechnung stellen, die also die Heterogenität auch innerhalb der unterschiedlichen Gruppen religiöser Orientierungen bei Muslimen nicht beachten, laufen Gefahr, jene kollektiven Marginalisierungswahrnehmungen zu befördern, die z.B. in Form eines pauschalen Generalverdachts einen Anknüpfungspunkt subjektiver Ausgrenzungswahrnehmungen darstellen, die sich als ein wichtiges Element im Gefüge von Wirkfaktoren erwiesen haben und Radikalisierungstendenzen begünstigen.” (S.32)

Es finden sich noch weitere so kluge, interessante und bedenkenswerte Absätze in dieser Studie. Es hilft also wirklich nur eines: Selber lesen!

Anhang: Beispiele für fragwürdige Testfragen

Die Testpersonen sollten für eine Vielzahl von Aussagen angeben, ob sie den Aussagen zustimmen oder nicht. In nicht wenigen Fällen, ist es zweifelhaft, ob die Zustimmung oder Ablehnung wirklich die Signifikanz besitzt, die ihnen jeweils von den Autoren der Studie zugeschrieben wird. Abschließend einige Beispiele:


Aussagen, die die “Einstellungen zu Demokratie, und Rechtsstaatlichkeit” überprüfen sollen

  • “Jeder Bürger sollte das Recht haben, für seine Überzeugungen auf die Straße zu gehen.”, “Auch Minderheiten sollten das Recht haben, ihre Meinung frei zu äußern.” Nehmen wir es hier genau, dann wären viele aufrechte Demokraten sicherlich der Meinung, dass Rechtsradikale nicht das Recht haben sollten mit “Heil Hitler”-Rufen und Hakenkreuzfahnen auf die Strasse zu gehen…
  • “Die Befolgung der Gebote meiner Religion ist für mich wichtiger als Demokratie.” Diese Formulierung scheint mir völlig mißraten. Erstens wird hier nach der subjektiven, individuellen Bedeutung gefragt (”für mich”). Auch wenn ein Muslim für sich selbst die Befolgung der Gebote des Islam wichtiger hält, heißt das noch nicht, dass er dasselbe vom Gemeinwohl behaupten würde. Zweitens wird hier von den Forschern vorausgesetzt, dass es einen Konflikt zwischen islamischen Geboten und der demokratischen Regierungsform gibt. Denn sonst würde sich aus der Bevorzugung der islamischen Gebote keine Demokratiefeindlichkeit ableiten lassen.
  • “An den vielen Kriminellen in diesem Land sieht man, wohin Demokratie führt.” Hier wird es noch absurder: Allein dadurch, dass man der Demokratie auch negative Seiten abgewinnen kann, wird man von den Wissenschaftlern anscheinend schon für “demokratiedistant” gehalten. Es könnte doch durchaus sein, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen Kriminalität und Demokratie gibt. Wer von einem solchen Zusammenhang ausgeht, kann aber dennoch Demokrat sein: Er nimmt dann eben diesen Nachteil aufgrund der überwiegenden Vorteile der Demokratie in Kauf. Derart jede Kritik an der Demokratie auszuschließen ist nicht im Sinne einer offenen Gesellschaft.
  • “Der Staat sollte berechtigt sein, schwere Verbrechen mit dem Tod zu bestrafen.” Zwar ist es durchaus interessant, die Meinungen zur Todesstrafe abzufragen. Aber sind sie relevant, wenn es darum geht, das Verhältnis zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu überprüfen? Sind die USA allein aufgrund der Todesstrafe schon ein undemokratisches Land?

Aussagen, die die “Einstellung zu bewaffnetem Kampf und körperlicher Gewalt mit religiöser Motivation” überprüfen sollen:

  • “Die Bedrohung des Islam durch die westliche Welt rechtfertigt, dass Muslime sich mit Gewalt verteidigen.” Hier, wie bei vielen der Fragen, stellt sich die Frage, warum die Aussage derart vage formuliert ist. Unter der “Bedrohung durch die westliche Welt” kann hier sowohl einfach nur der Irakkrieg oder der Israel-Palästinenser-Konflikt verstanden werden, als auch die globalen Verschwörungstheorien von Al Quaeda.
  • “Muslime, die im bewaffneten Kampf für den Glauben sterben, kommen ins Paradies.” Erneut ist offen, was genau unter “bewaffnetem Kampf für den Glauben” verstanden werden soll. Es kann sich sowohl um lokale Verteidigung als auch um globalen Angriff handeln.

Aussagen, die “Einstellungen zu terroristischen Gewalthandlungen im Kontext des Islam” überprüfen sollen:

  • Ganz absurd: “Selbstmordattentate sind feige und schaden der Sache des Islam.” Warum sollte die Ablehnung dieser Aussage bedeuten, dass ich gewaltbereit bin? Ich kann jeden verstehen, der das Sich-Selbst-In-Die-Luft-Sprengen durchaus nicht für feige hält. Wer hier glaubt, dass man die Taten nur moralisch verurteilen könnte, wenn sie auch feige sind, hat eine merkwürdige Vorstellung von moralischen Urteilen. Ähnliches gilt für die Aussage “Der Terror nützt der Sache des Islam”. Es gibt sicherlich viele Islamfeinde, die dieser Aussage zustimmen würden. Zumindest ließe sich gut über sie streiten.
  • “Wenn es der islamischen Gemeinschaft dient, bin ich bereit, körperliche Gewalt gegen Ungläubige anzuwenden.” Was heißt: “der islamischen Gemeinschaft dienen”? Erneut ist die Aussage viel zu vage formuliert, so dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass ihr auch Personen zustimmen, die niemals behaupten würden, dass Terror oder Krieg der islamischen Gemeinschaft dient.

6 Kommentare zu “Cum hoc, ergo propter hoc? — Die Studie “Muslime in Deutschland” und ihre Rezeption”

  1. Daniel 29. Januar 2008 (13:45 Uhr)

    Ich finde deine Analyse ebenso treffend wie relevant. Und zwar sowohl den Hinweis, dass eine solche statistische Aussage tatsächlich schnell die Ansicht hervorrufen, es herrsche ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen der Religionszugehörigkeit und der Gewaltbereitschaft, als auch Unverständnis und Kritik an dem Vorgehen der Journalisten

    An einer Stelle bin ich mit deiner Argumentation aber nicht einverstanden. Du schreibst: Die Gewaltbereitschaft und Demokratiefeindlichkeit unter nicht-muslimischen Deutschen besäße ein ähnliches Ausmaß wie die unter Muslimen in Deutschland und nimmst das als Indiz dafür, dass hier „also sogar durchaus Indizien dafür gibt, dass Muslim-Sein und Gewalt-Bereit-Sein kausal voneinander unabhängig sind“. Der Clou des cum hoc - Fehlschlusses ist aber doch, dass die Häufigkeit der Korrelation eben gerade nichts über die kausale Verknüpfung aussagt. Selbst wenn der Anteil an gewaltbereiten Menschen bei Muslimen deutlich höher wäre als bei Nicht-Muslimen, wäre das eben noch kein zwingendes Argument für eine Relation der Verursachung (siehe Haie und Eis).

    Das zeigt etwas Wichtiges: Unbewusst bist auch du der Meinung, dass ein deutlich höherer Anteil an Gewaltbereitschaft bei Muslimen als bei Anhängern anderer Religionen irgendwie doch ein ungutes und ein relevantes Ergebnis wäre. Und warum? Weil eben die Annahme, dass hinter einer solchen (jetzt fiktiven) Korrelation auch ein wie auch immer gearteter kausaler Zusammenhang steckt, doch nicht nur unkritischen Rezipienten dieser Daten plausibel scheint. Dieser Zusammenhang ist - wie die Studie aussagt - vermutlich ein sehr komplexer und hat viel mit Partizipationsoptionen und eben von den Medien beeinflusster Aufnahme der Muslime durch die Gesellschaft zu tun. Aber nichtsdestotrotz handelt es sich doch um einen kausalen Zusammenhang. Wer kein Moslem ist, dem wird anders begegnet und der nimmt die Reaktionen der Gesellschaft anders wahr, schon weil er sich selbst anders wahrnimmt und deshalb viele Schlagzeilen in den Medien nicht auf sich bezieht.

    Insofern geht es hier meiner Meinung nach weniger um eine Verwechslung von nichtkausaler Korrelation mit Kausalität (wie in einem cum-dingsbums-Fehlschluss), sondern eher um eine Verwechslung eines sehr komplexen kausalen Zusammenhangs mit einer einfachen, direkten Kausalität (Muslim  gewaltbereit).

  2. Daniel 29. Januar 2008 (13:45 Uhr)

    PS: Die Klammer am Ende sollte beinhalten: Muslim -> gewaltbereit

  3. Christian Voigt 30. Januar 2008 (00:00 Uhr)

    Danke für deinen scharfsinnigen kommentar und die genaue lektüre! Du weist in der Tat auf Schwachstellen in meinem Text hin. Nach einigem Nachdenken glaube ich aber, dass der Text nicht eigentlich fehlerhaft ist, sondern eher durch seine Kürze an Präzision und Deutlichkeit zu wünschen übrig lässt. Deswegen jetzt eine etwas längere Antwort, die hoffentlich dies und das an Einzelheiten klärt und hinzufügt:

    Zu Deiner natürlich schwer ausschließbaren Vermutung, dass ich unbewusst selbst Opfer des Fehlschlusses geworden sei: Wenn man q bestreiten will und “p, also q” ein logischer oder materialer Fehlschluss ist, kann es trotzdem sinnvoll sein, p anzugreifen, wenn p in anderen logisch validen oder material guten Argumenten vorkommt, die q als Konklusion haben (z.B. “p und r, also q”). Ein solcher Angriff ist dann noch kein Beweis, dass man “p, also q” unbewusst für ein gutes Argument hält. :)

    So verhielt es sich auch bei meinem Thema. Zunächst wollte ich vor dem einfachen Fehlschluss warnen. Zweitens wollte ich aber auch möglichen alternativen Begründungen von vornherein den Wind aus den Segeln nehmen. Z.B. einem Schluss auf die beste Erklärung (assumptiver Schluss): Wir behaupten einfach zusätzlich zur Korrelationsbehauptung, dass wir durch das Muslimsein der Befragten ihr Radikalsein am besten erklären können und schließen dann auf die Kausalbeziehung.

    Wenn wir nun aber zeigen, dass das Muslimsein nicht mit genau der gleichen Radikalisierung unter nicht-muslimischen Jugendlichen korreliert, dass es aber alternative Erklärungen gibt, die sowohl die Radikalisierung unter muslimischen, als auch unter nicht-muslimischen Jugendlichen erklären, dann können wir die These angreifen, dass das Muslimsein der Testpersonen die beste Erklärung für ihr Radikalsein sei. Ich habe dabei ganz bewusst von einem “Indiz” gesprochen, weil es sich hier um ein assumptives Argument mit unsicherem Schlussprinzip handelt.

    Einen solchen Schluss auf die beste Erklärung verwenden auch die Autoren der Studie selbst. Ihre Erklärung sieht bloß viel komplizierter aus. Das Muslimsein kommt dort nur indirekt und am Rande vor. Dennoch hast du recht, dass das Muslimsein auch laut ihrer Erklärung bei der Radikalisierung eine kausale Rolle spielt, dass es einen kausalen Pfad vom einen zum anderen gibt. Heißt das nun, dass ich mit dem Hinweis auf den Mit-Also-Wegen-Fehlschluss den Autoren unrecht tue, bzw. ihre Erklärung falsch charakterisiere, bzw. einen falschen Titel gewählt habe?

    Nein, denn dieser Hinweis war gar nicht als Vorwurf, sondern viel eher als Warnung gemeint. Diese Warnung schien mir angemessen zu sein, weil die komplexe Erklärung für die Radikalisierung größtenteils in den von mir untersuchten Zeitungsartikeln fehlte. Die Zeitungsartikel verführten deswegen geradewegs zu diesem Fehlschluss.

    Zum Vergleich mit Haigefahr und dem Eiskonsum: Die Analogie bezog sich nicht auf die kausalen Beziehungen zwischen den Phänomenen Muslimsein/Radikalsein auf der einen und Eiskonsum/Haigefahr auf der anderen Seite, sondern auf die Schlussbeziehungen zwischen den jeweiligen Korrelations- und Kausalaussagen über diese Phänomene. In beiden Fällen handelt es sich um einen Fehlschluss, auch wenn im einen Fall die Konklusion des einen Fehlschlusses vielleicht durch gute Argumente gestützt wird. Denn eine wahre Konklusion macht aus einem schlechten Argument noch lange kein gutes!

    Die Fälle wären nur dann verschieden, wenn aus den empirischen Ergebnissen der Studie allein wirklich schon die Erklärung, die die Autoren für diese Ergebnisse geben, folgen würde. Aber zwischen empirischen Daten und ihrer Erklärung sollte man gut unterscheiden. Die empirischen Ergebnisse der Studie bestätigen die Erklärung für diese Ergebnisse genaugenommen nicht, die Erklärung folgt auch nicht logisch-begrifflich zwingend aus den Ergebnissen, sie wird vielmehr angenommen, um die empirischen Ergebnisse der Studie erklären zu können. Sie wurde eigens für diese Ergebnisse geschneidert. Dass sie auf die Ergebnisse passt kann deswegen nicht als Bestätigung, als bestandener Test dieser Erklärung gewertet werden. Deswegen kann man durchaus zwischen den Argumenten “Empirische Daten, also Kausalbeziehung” und “Empirische Daten plus Erklärung, also Kausalbeziehung” trennen und ersteres als Fehlschluss brandmarken.

    Wenn man es übrigens ganz genau nimmt, reicht selbst letzteres nicht aus, um darauf zu schließen, dass das Muslimsein wirklich Ursache für das Radikalsein ist! Denn das folgt erst, wenn wir uns zusätzlich auch noch auf eine kontrafaktische Kausaltheorie einlassen. Dann würde das Muslimsein wirklich eine Ursache des Radikalseins sein, da laut der Erklärung ja gilt: “Die befragten Radikalen wären nicht radikal geworden, wären sie ceteris paribus keine Muslime gewesen (aber auch nicht stattdessen ostdeutsche Neonazis o.ä.).”

    Das Argument ist auf eine solche Ergänzung angewiesen, weil wir stattdessen auch eine Manipulativitätstheorie der Kausalität voraussetzen könnten. Dann wäre Muslimsein nur dann Ursache fürs Radikalsein, wenn man die Radikalisierung dadurch verhindern könnte, dass man das Muslimsein der Testpersonen verhindert (hier fehlt nun die ceteris paribus Klausel!). Da es wahrscheinlich ist, dass die Testpersonen sich dann auf andere Weise radikalisiert hätten, scheint diese Intervention (Manipulation) aber wirkungslos zu sein und also wäre das Muslimsein aus interventionistischer Sicht eher eine Rahmenbedingung der Radikalisierung, keine eigentliche Ursache.

    In unserem Kontext halte ich es durchaus für angebracht den Kausalbegriff derart interventionistisch zu verstehen. Denn schließlich handelt es sich hier um eine politisch relevante Diskussion, in der es z.B. darum geht, welche Maßnahmen angebracht sind, um die Radikalisierung unter Jugendlichen zu bekämpfen. Selbst wenn wir also zu den empirischen Ergebnissen der Studie noch die hypothetische Erklärung ihrer Autoren hinzunehmen, sind wir noch nicht gezwungen, das Muslimsein wirklich als Ursache anzuerkennen. Selbst dann müssen wir uns vor einem vorschnellen Fehlschluss a la “cum hoc, ergo propter hoc” hüten.

  4. Daniel 31. Januar 2008 (20:15 Uhr)

    Also, trivial war sie ja nicht, deine Antwort. Habe sie jetzt aber durchklettert und verstanden und finde sie auch in sich stimmig.

    Da es sich hier um eine politisches Thema handelt, will ich nun aber versuchen, diese diffizile argumentations- und rechtfertigungstheoretische Analyse wieder auf die Ebene einer pragmatisch-politischen Argumentation zurückführen.

    (Ich bin mir noch nicht ganz im Klaren, wie diese beiden Ebenen der Argumentation zueinander stehen bzw. stehen sollten. Ich habe aber den Eindruck, dass es da einen Unterschied gibt.)

    Auf dieser Ebene der pragmatisch-politischen Argumentation erscheint mir deine letzte Aussage, dass wir den Kausalbegriff in diesem Kontext interventionistisch verstehen sollten, nicht plausibel. Zum einen kommt mir das interventionistische Verständnis von Kausalität hier etwas krude vor. Schließlich scheint es mir weder eine politisch erwägenswerte Maßnahme, das Muslimsein von hier lebenden Muslimen zu verhindern, noch ist klar, wie das vonstatten gehen sollte. Zum anderen scheint mir bereits die Tatsache, dass eine bestimmte Gruppe radikaler Muslime nicht radikal wären, wenn sie ceteris paribus keine Muslime wären, politisch relevant.

    Denkt man auf diese Weise politisch-pragmatisch, scheint mir auch ein weiterer Punkt ergänzenswert:
    Dein Plädoyer für eine Unterscheidung zwischen den Argumenten „Empirische Daten, also Kausalbeziehung“ und „Empirische Daten plus Erklärung, also Kausalbeziehung“ halte ich auf der rechtfertigungstheoretischen Ebene für richtig und gut begründet.
    Diese Unterscheidung verliert aber ihre Reinheit, wenn ich auf pragmatischerer Reflexionsebene über einen kausalen Zusammenhang der Empirischen Daten nachdenke (wohlgemerkt gehe ich hier kontrafaktisch wieder von empirischen Daten aus, die einen deutlich höheren Anteil an Gewaltbereitschaft bei Muslimen als bei Anhängern anderer Religionen benennen). Auf dieser Reflexionsebene habe ich nämlich keine Idealform der Kausalität vor Augen sondern stelle zeitgleich sofort einen Haufen Spekulationen an, wie dieser Zusammenhang wohl aussehen könnte. Und Zusammenhänge, die in die Richtung der der Erklärung der Autoren der Studie gehen, kommen dabei vor. Deshalb erscheint mir ein - wie ich schrieb - „wie auch immer gearteter kausaler Zusammenhang“ „plausibel“. Insofern sehe ich doch einen Unterschied zwischen Hai-Eis-Schluss und Muslim-Radikalität-Schluss.

    Deine Warnung, dass man sich vor Schlüssen auf zu einfache kausale Zusammenhänge hüten soll, finde ich nach wie vor berechtigt. Aber ich halte es dennoch für politisch erwägenswert, auf einen komplexeren kausalen Zusammenhang, wie er bei Betrachtung der kontrafaktisch angenommenen Daten - wenn auch nicht logisch zwingend - so eben doch plausibel erscheint, mit Maßnahmen zu reagieren, die nicht das Muslimsein der Muslime, aber etwa die kausalen Zwischenglieder wie die begrenzten Partizipationsoptionen und die Reaktionen der Gesellschaft auf Muslime zu verhindern/ verändern suchen.

    So, jetzt befinde ich mich am Ende meiner Denkenskräfte, und werde mich auf ein Bier in eine Kneipe zurückziehen. Mit Nicht-Philosophen.

  5. Christian Voigt 1. Februar 2008 (14:50 Uhr)

    Ich glaub wir sind uns da in allem recht einig. Beim Vergleich des Hai-Eis-Schlusses mit dem Muslim-Radikalitäts-Schlusses kommt einfach alles darauf an, welche Schlüsse man genau vergleichen will.

    Eine Korrektur: Ich bin kein Experte in Kausaltheorien und habe was durcheinander gebracht: Interventionismus selbst ist eine Unterart kontrafaktischer Kausaltheorien und wurde von mir falsch charakterisiert. Siehe hier. Vergiß am besten schnell wieder, was ich dazu gesagt habe.

    Wirklich kompliziertes Thema diese Kausalaussagen. Mir ist jetzt nochmal klarer geworden: Eigentlich müsste man sie doch wohl eher so formulieren: “Wenn der Muslim x statt in einem muslimischen Umfeld in einem nicht-muslimischen Umfeld aufgewachsen wäre, dann wäre x ceteris paribus nicht radikal geworden”. Wenn ich die Autoren der Studie richtig verstehe, dann würden sie einer derartigen Aussage höchstens in bezug auf eine Minderheit unter den Radikalen zustimmen. Für viele muslimische Radikale wäre diese Aussage aber eher falsch. Insbesondere folgende Aussage wäre falsch: “Wenn alle muslimischen Jugendlichen ceteris paribus in nicht-muslimischen Umfeldern aufgewachsen wären, gäbe es weniger Radikale unter ihnen”.

  6. Leclerc 13. Februar 2008 (18:59 Uhr)

    Zitat:
    Man würde gerne wissen, wie eigentlich die Urheber der Studie dieses Medienecho verkraftet haben. Man würde gerne wissen, wieviele Journalisten die Kurzzusammenfassung der Studie eigentlich bis zum Ende gelesen haben.

    Das hatte ich mich auch gefragt als ich die Zusammenfassung der Studie las. Und erst recht, ob nicht das Vorwort des Bundesinnenministers zur Studie selbst (ich habe die Studie von der Seite des Innenministeriums) den Urhebern Bauchschmerzen bereitet haben muss. Dort stellt Schäuble nämlich ganz selbstverständlich Zusammenhänge zum Terrorismus her, während die Studie, mit den im Beitrag und der Diskussion angeführten Einschränkungen, lediglich versucht Einstellungen und Ansichten einiger Muslime zu erfassen, aber keineswegs etwas über die Wahrscheinlichkeit bestimmter Handlungen dieser Gruppe aussagen kann.

    Peter Wetzels, einer der Autoren der Studie, hatte der Süddeutschen Zeitung im Dezember ein Interview gegeben, das unter der schlechten Überschrift ‘”Substantielle Minderheit” neben dem System’ online veröffentlich worden ist.

    URI:
    http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/687/148336/

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