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	<title>Kommentare zu: Lokführer: Streikt, aber anders!</title>
	<link>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/</link>
	<description>Sprache aus Luft</description>
	<pubDate>Tue, 06 Jan 2009 21:38:04 +0000</pubDate>
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	<item>
		<title>By: sprechblasenblog &#187; Blog Archive &#187; Lokführer: Streikt, aber anders! Zweiter Versuch</title>
		<link>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/#comment-747</link>
		<author>sprechblasenblog &#187; Blog Archive &#187; Lokführer: Streikt, aber anders! Zweiter Versuch</author>
		<pubDate>Wed, 10 Oct 2007 22:13:31 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/#comment-747</guid>
		<description>[...] Lokführer streiken weiter. Vor zwei Monaten habe ich versucht, ein Argument zu konstruieren, mit dem der Streik gerechtfertigt werden könnte. Es [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[&#8230;] Lokführer streiken weiter. Vor zwei Monaten habe ich versucht, ein Argument zu konstruieren, mit dem der Streik gerechtfertigt werden könnte. Es [&#8230;]</p>
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	<item>
		<title>By: Doc Montresor</title>
		<link>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/#comment-564</link>
		<author>Doc Montresor</author>
		<pubDate>Wed, 05 Sep 2007 14:00:39 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/#comment-564</guid>
		<description>"Auch die dritte Prämisse ist problematisch. Warum soll man den Lohn der Lokführer mit den Kollegen aus Westeuropa und nicht mit denen aus Osteuropa vergleichen?"

Diese Frage würde ich gerne mal auf einen anderen Punkt anwenden:

Warum soll man den Lohn leitender Angestellter (Vorstand) mit den Kollegen aus Westeuropa (oder den USA) und nicht mit denen aus Osteuropa (oder einem beliebigen Land der dritten Welt) vergleichen?

Interessant ist doch, das ganz bestimmte Argumente, die sich meist auf die sog. "Marktgesetze" (die teilweise wie Naturgesetze behandelt werden) beziehen und auch beschränken, immer nur in einer einzigen Richtung angewendet werden. Das klingt vor dem Hintergrund eines klassischen Arbeitskampfes zunächst banal, aber ist es nicht seltsam, dass für _Angestellte_ derselben Firma nicht nur unterschiedliche, sondern gegenteilige Prinzipien, Gesetze und Argumente gelten, einzig abhängig davon, an welcher Position sie ihre Arbeit innerhalb des Betriebs verrichten bzw. welche Macht und wieviel Geld sie als _Person_ besitzen?

Oder irre ich mich und ist genau _das_ das Gesetz des freien Marktes: Je mehr Geld du bekommst, desto höher darfst du deinen Verdienst selbst steigern, weil dich niemand hindern wird. Trifft das zu, dann ist die ganze Diskussion um den Begriff "Gerechtigkeit" überflüssig und jeder muss einfach überall und mit allen Mitteln zuschlagen, so hart er kann. Genau das wird auch gelehrt - auf Managerschulen.

Na ja, und die GDL macht das eben auch.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Auch die dritte Prämisse ist problematisch. Warum soll man den Lohn der Lokführer mit den Kollegen aus Westeuropa und nicht mit denen aus Osteuropa vergleichen?&#8221;</p>
<p>Diese Frage würde ich gerne mal auf einen anderen Punkt anwenden:</p>
<p>Warum soll man den Lohn leitender Angestellter (Vorstand) mit den Kollegen aus Westeuropa (oder den USA) und nicht mit denen aus Osteuropa (oder einem beliebigen Land der dritten Welt) vergleichen?</p>
<p>Interessant ist doch, das ganz bestimmte Argumente, die sich meist auf die sog. &#8220;Marktgesetze&#8221; (die teilweise wie Naturgesetze behandelt werden) beziehen und auch beschränken, immer nur in einer einzigen Richtung angewendet werden. Das klingt vor dem Hintergrund eines klassischen Arbeitskampfes zunächst banal, aber ist es nicht seltsam, dass für _Angestellte_ derselben Firma nicht nur unterschiedliche, sondern gegenteilige Prinzipien, Gesetze und Argumente gelten, einzig abhängig davon, an welcher Position sie ihre Arbeit innerhalb des Betriebs verrichten bzw. welche Macht und wieviel Geld sie als _Person_ besitzen?</p>
<p>Oder irre ich mich und ist genau _das_ das Gesetz des freien Marktes: Je mehr Geld du bekommst, desto höher darfst du deinen Verdienst selbst steigern, weil dich niemand hindern wird. Trifft das zu, dann ist die ganze Diskussion um den Begriff &#8220;Gerechtigkeit&#8221; überflüssig und jeder muss einfach überall und mit allen Mitteln zuschlagen, so hart er kann. Genau das wird auch gelehrt - auf Managerschulen.</p>
<p>Na ja, und die GDL macht das eben auch.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>By: Kolumnistenschwein</title>
		<link>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/#comment-375</link>
		<author>Kolumnistenschwein</author>
		<pubDate>Thu, 16 Aug 2007 16:09:01 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/#comment-375</guid>
		<description>Verworrene Situation für Außenstehende. Vielleicht würde es helfen, wenn man wüsste, was der Lokomotivführer Lukas in Lummerland verdient. Obwohl, Lummerland zählt ja glaube nicht zum westeuropäischen Ausland...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Verworrene Situation für Außenstehende. Vielleicht würde es helfen, wenn man wüsste, was der Lokomotivführer Lukas in Lummerland verdient. Obwohl, Lummerland zählt ja glaube nicht zum westeuropäischen Ausland&#8230;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>By: jge</title>
		<link>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/#comment-343</link>
		<author>jge</author>
		<pubDate>Mon, 13 Aug 2007 08:19:18 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/#comment-343</guid>
		<description>"3. Wenn es zu begrüßen ist, dass p, und wir nicht wissen, dass p zu negativen Auswirkungen führt, die die Vorteile von p überwiegen, soll p realisiert werden."

Ja, problematisch. Das ist auch ein Argument, mit dem Firmen auf Greenpeace antworten.
Bleibt also die Frage, wie man wohl diese Prämisse sinnvoll anders formulieren könnte. Müsste hier nicht etwas rein wie das Bemühen, sich um die Beseitigung des Nichtwissens zu bemühen?

"Ich bezweifele jedoch, dass Niederlegung der Arbeit die einzige Möglichkeit ist, die Forderungen der GDL durchzusetzen. Warum könnte der Streik nicht darin bestehen, dass die Züge fahren, nur das Begleitpersonal es unterlässt, die Tickets zu kontrollieren? Auf den Arbeitgeber würde auf diese Weise kein schwächerer Druck ausgeübt als bei der gewählten Streikvariante. Die GDL hätte aber zusätzlich einen Imagegewinn."

Doch, die Arbeitgeber hätten weniger Druck: der öffentliche Unmut nämlich fiele ja weg. Der richtet sich doch nicht nur gegen die streikenden Lokführer, der richtet sich auch gegen die Bahn als ganze. -- Und der materielle Schaden für die Bahn wäre auch geringer; da entsteht ja nur dann etwas, wenn auf einmal die Leute, die nicht kontrolliert würden, nun alle schwarzführen, oder wenn die Bahn dann ersatzweise Kontrollpersonal anheuern müsste.
Die Lokführer sind Leute, deren Tätigkeit eben nicht so leicht durch angelerntes Personal vertreten werden kann.

"1. Löhne, die die GDL fordert, sind höher als Löhne, die sich auf perfekten Märkten einstellen würden."

Ehrlich: was ist denn der Markt? Das ist doch wohl das, was der Bahn wert ist, was die Lokführer tun. Oder habe ich da was missverstanden? Wie kann der Blick ins Ausland Auskunft darüber geben, wie 'der Markt' ist? Könnte man ja ausländische  Lokführer importieren? Also: das Argument 'das westeuropäische Ausland verdient mehr' halte ich für fragwürdig, aber das Argument des perfekten Markts ebenso. Oder ist ein perfekter Markt einer, in dem es keine GEwerkschaften gibt?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;3. Wenn es zu begrüßen ist, dass p, und wir nicht wissen, dass p zu negativen Auswirkungen führt, die die Vorteile von p überwiegen, soll p realisiert werden.&#8221;</p>
<p>Ja, problematisch. Das ist auch ein Argument, mit dem Firmen auf Greenpeace antworten.<br />
Bleibt also die Frage, wie man wohl diese Prämisse sinnvoll anders formulieren könnte. Müsste hier nicht etwas rein wie das Bemühen, sich um die Beseitigung des Nichtwissens zu bemühen?</p>
<p>&#8220;Ich bezweifele jedoch, dass Niederlegung der Arbeit die einzige Möglichkeit ist, die Forderungen der GDL durchzusetzen. Warum könnte der Streik nicht darin bestehen, dass die Züge fahren, nur das Begleitpersonal es unterlässt, die Tickets zu kontrollieren? Auf den Arbeitgeber würde auf diese Weise kein schwächerer Druck ausgeübt als bei der gewählten Streikvariante. Die GDL hätte aber zusätzlich einen Imagegewinn.&#8221;</p>
<p>Doch, die Arbeitgeber hätten weniger Druck: der öffentliche Unmut nämlich fiele ja weg. Der richtet sich doch nicht nur gegen die streikenden Lokführer, der richtet sich auch gegen die Bahn als ganze. &#8212; Und der materielle Schaden für die Bahn wäre auch geringer; da entsteht ja nur dann etwas, wenn auf einmal die Leute, die nicht kontrolliert würden, nun alle schwarzführen, oder wenn die Bahn dann ersatzweise Kontrollpersonal anheuern müsste.<br />
Die Lokführer sind Leute, deren Tätigkeit eben nicht so leicht durch angelerntes Personal vertreten werden kann.</p>
<p>&#8220;1. Löhne, die die GDL fordert, sind höher als Löhne, die sich auf perfekten Märkten einstellen würden.&#8221;</p>
<p>Ehrlich: was ist denn der Markt? Das ist doch wohl das, was der Bahn wert ist, was die Lokführer tun. Oder habe ich da was missverstanden? Wie kann der Blick ins Ausland Auskunft darüber geben, wie &#8216;der Markt&#8217; ist? Könnte man ja ausländische  Lokführer importieren? Also: das Argument &#8216;das westeuropäische Ausland verdient mehr&#8217; halte ich für fragwürdig, aber das Argument des perfekten Markts ebenso. Oder ist ein perfekter Markt einer, in dem es keine GEwerkschaften gibt?</p>
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	<item>
		<title>By: Eugen Pissarskoi</title>
		<link>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/#comment-333</link>
		<author>Eugen Pissarskoi</author>
		<pubDate>Thu, 09 Aug 2007 17:23:50 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/#comment-333</guid>
		<description>At Chat und Christian:

Es sind zwei Erwartungen, von denen Chat glaubt, dass wir sie haben. Haben wir sie?
 
1. Die Realität richtet sich nach guten Argumenten. Bzw. die Realität sollte sich nach guten Argumenten richten.

Wenn man beispielsweise die GDL-Führer und den Bahnvorstand fragt, warum sie sich nicht einigen können, wird jede Seite ihre Position darstellen und mit mehr oder weniger guten Argumenten begründen. Sie werden solche Sätze sagen wie „Wir fordern einen höheren Lohn, weil ...“ oder „Wir wollen keinen eigenen Tarifvertrag für die Lokführer zulassen, weil ...“ usw. Im weil-Satz steht meistens ein Argument, das zeigen soll, dass es kein Zufall und keine Laune des Sprechers ist, aus der er an den Satz vor dem weil-Teil glaubt. 
Man könnte nun einwenden, die Sprecher tun nur so als wenn sie argumentierten, indem sie ihre Äußerungen in die Form von Weil-Sätzen kleiden. In Wirklichkeit geht es ihnen aber um ihre Eitelkeiten.
Nun, wenn man die Sprecher fragt, ob sie argumentieren oder Eitelkeiten austauschen, werden sie vermutlich sagen, dass sie argumentieren, dass sie ihre Gegner von der Richtigkeit des eigenen Standpunkts überzeugen wollen (das ist eine Hypothese, ich habe weder Mehdorn noch Schell hierüber gefragt, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sie etwas anderes antworten). Es kann natürlich sein, dass sie flunkern und lediglich nicht zugeben wollen, dass es ihnen um Eitelkeit (oder irgendwelche anderen Vorlieben) geht. Eine Möglichkeit, sie der Unehrlichlichkeit zu überführen, liegt aber gerade darin, die Weil-Sätze, die sie von sich geben, „satzlogisch-argumentativ“ zu rekonstruieren und zu schauen, wie gut diese rekonstruierten Argumente sind. 
Insofern unterstellen wir nicht, dass politische Akteure sich nach guten Argumenten richten, sondern versuchen gerade herauszufinden, ob sie gute Argumente von sich geben oder eben Unsinn erzählen.

2. Das richtigere Argument hat die stärkere Wirkung

Ich glaube schon, dass ein gutes Argument eine Wirkung hat. Ich glaube nicht, dass ein gutes Argument stets den Gesprächspartner überzeugt. Es kann eine Reihe von anderen, auch psychologischen Aspekten (der Gesprächspartner mag mich nicht) eine Rolle spielen, die im Alltag uns daran hindern, sich überzeugen zu lassen.
Aber ein gutes Argument verpufft auch nicht vollkommen nutzlos. Ich bin mir sicher, dass jeder, wenn er ein gutes Argument hört, etwas davon behält, vielleicht später darüber nachdenkt oder sich einfach merkt. Das reicht. Das finde ich toll.
Und ich glaube nicht, dass diese Erwartung total übertrieben ist.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>At Chat und Christian:</p>
<p>Es sind zwei Erwartungen, von denen Chat glaubt, dass wir sie haben. Haben wir sie?</p>
<p>1. Die Realität richtet sich nach guten Argumenten. Bzw. die Realität sollte sich nach guten Argumenten richten.</p>
<p>Wenn man beispielsweise die GDL-Führer und den Bahnvorstand fragt, warum sie sich nicht einigen können, wird jede Seite ihre Position darstellen und mit mehr oder weniger guten Argumenten begründen. Sie werden solche Sätze sagen wie „Wir fordern einen höheren Lohn, weil &#8230;“ oder „Wir wollen keinen eigenen Tarifvertrag für die Lokführer zulassen, weil &#8230;“ usw. Im weil-Satz steht meistens ein Argument, das zeigen soll, dass es kein Zufall und keine Laune des Sprechers ist, aus der er an den Satz vor dem weil-Teil glaubt.<br />
Man könnte nun einwenden, die Sprecher tun nur so als wenn sie argumentierten, indem sie ihre Äußerungen in die Form von Weil-Sätzen kleiden. In Wirklichkeit geht es ihnen aber um ihre Eitelkeiten.<br />
Nun, wenn man die Sprecher fragt, ob sie argumentieren oder Eitelkeiten austauschen, werden sie vermutlich sagen, dass sie argumentieren, dass sie ihre Gegner von der Richtigkeit des eigenen Standpunkts überzeugen wollen (das ist eine Hypothese, ich habe weder Mehdorn noch Schell hierüber gefragt, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sie etwas anderes antworten). Es kann natürlich sein, dass sie flunkern und lediglich nicht zugeben wollen, dass es ihnen um Eitelkeit (oder irgendwelche anderen Vorlieben) geht. Eine Möglichkeit, sie der Unehrlichlichkeit zu überführen, liegt aber gerade darin, die Weil-Sätze, die sie von sich geben, „satzlogisch-argumentativ“ zu rekonstruieren und zu schauen, wie gut diese rekonstruierten Argumente sind.<br />
Insofern unterstellen wir nicht, dass politische Akteure sich nach guten Argumenten richten, sondern versuchen gerade herauszufinden, ob sie gute Argumente von sich geben oder eben Unsinn erzählen.</p>
<p>2. Das richtigere Argument hat die stärkere Wirkung</p>
<p>Ich glaube schon, dass ein gutes Argument eine Wirkung hat. Ich glaube nicht, dass ein gutes Argument stets den Gesprächspartner überzeugt. Es kann eine Reihe von anderen, auch psychologischen Aspekten (der Gesprächspartner mag mich nicht) eine Rolle spielen, die im Alltag uns daran hindern, sich überzeugen zu lassen.<br />
Aber ein gutes Argument verpufft auch nicht vollkommen nutzlos. Ich bin mir sicher, dass jeder, wenn er ein gutes Argument hört, etwas davon behält, vielleicht später darüber nachdenkt oder sich einfach merkt. Das reicht. Das finde ich toll.<br />
Und ich glaube nicht, dass diese Erwartung total übertrieben ist.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Christian Voigt</title>
		<link>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/#comment-331</link>
		<author>Christian Voigt</author>
		<pubDate>Thu, 09 Aug 2007 15:08:39 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/#comment-331</guid>
		<description>@Chat Atkins:
Interessante Reaktion, die ich gut verstehen kann, die aber meiner Meinung nach auf einem Mißverständnis unseres Anliegens beruht:

Natürlich spielt in der Politik (und überhaupt überall) die "eigenartige Macht des besseren Arguments" (Habermas) eine nur sehr geringe Rolle. Und wer das verkennt, der ist naiv und weltfremd. Völlig richtig.

Deswegen wird es aber nicht sinnlos oder verfehlt, immer wieder auf eine rationale Diskussion, auf den gleichberechtigten und offenen Austausch von Argumenten zu bestehen. Darin stimmst du mit uns sicherlich auch überein.

Wenn wir versuchen in Artikeln die besten Argumente für und wider etwas zu rekonstruieren, dann ist das nicht als kausale Theorie über die Entstehung und Veränderung von Meinungen gedacht. Würden wir das so meinen, dann wäre das in der Tat einfach nur "lustig".

Stattdessen sind uns die Entstehungen und Veränderungen von Meinungen dann erst einmal ganz egal. Wir interessieren uns dafür, wer denn nun eigentlich und wirklich recht hat. Und um das rauszufinden hilft es nicht, Personen böse Intentionen zu unterstellen (z.B. Gewerkschaftlern Eitelkeit zu unterstellen).

Stattdessen hilft es, sich eine "ideale Sprechsituation" vorzustellen, eine perfekte Welt in der nichts zählt, außer der Kraft des besseren Arguments.  Alle Machtstrukturen, subversive Praktiken, alle Propaganda, Rhetorik usw. muss zu diesem Zweck so gut es geht ignoriert werden. Das ist keine Naivität, sondern setzt gerade voraus, dass man sich von der naiven Gebanntheit auf den kommunikativen Alltag befreit.

Natürlich ist es außerdem auch wichtig, von dieser Traumwelt auch wieder runterzukommen und den kommunikativen Alltag umso schärfer zu kritisieren. Das tun wir ja auch anderswo. Unsere Motivation schöpfen wir aber gerade aus dem Wissen, dass es eben auch anders geht.

so, das war mein kleines Manifest zur Argumentrekonstruktion ; )</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Chat Atkins:<br />
Interessante Reaktion, die ich gut verstehen kann, die aber meiner Meinung nach auf einem Mißverständnis unseres Anliegens beruht:</p>
<p>Natürlich spielt in der Politik (und überhaupt überall) die &#8220;eigenartige Macht des besseren Arguments&#8221; (Habermas) eine nur sehr geringe Rolle. Und wer das verkennt, der ist naiv und weltfremd. Völlig richtig.</p>
<p>Deswegen wird es aber nicht sinnlos oder verfehlt, immer wieder auf eine rationale Diskussion, auf den gleichberechtigten und offenen Austausch von Argumenten zu bestehen. Darin stimmst du mit uns sicherlich auch überein.</p>
<p>Wenn wir versuchen in Artikeln die besten Argumente für und wider etwas zu rekonstruieren, dann ist das nicht als kausale Theorie über die Entstehung und Veränderung von Meinungen gedacht. Würden wir das so meinen, dann wäre das in der Tat einfach nur &#8220;lustig&#8221;.</p>
<p>Stattdessen sind uns die Entstehungen und Veränderungen von Meinungen dann erst einmal ganz egal. Wir interessieren uns dafür, wer denn nun eigentlich und wirklich recht hat. Und um das rauszufinden hilft es nicht, Personen böse Intentionen zu unterstellen (z.B. Gewerkschaftlern Eitelkeit zu unterstellen).</p>
<p>Stattdessen hilft es, sich eine &#8220;ideale Sprechsituation&#8221; vorzustellen, eine perfekte Welt in der nichts zählt, außer der Kraft des besseren Arguments.  Alle Machtstrukturen, subversive Praktiken, alle Propaganda, Rhetorik usw. muss zu diesem Zweck so gut es geht ignoriert werden. Das ist keine Naivität, sondern setzt gerade voraus, dass man sich von der naiven Gebanntheit auf den kommunikativen Alltag befreit.</p>
<p>Natürlich ist es außerdem auch wichtig, von dieser Traumwelt auch wieder runterzukommen und den kommunikativen Alltag umso schärfer zu kritisieren. Das tun wir ja auch anderswo. Unsere Motivation schöpfen wir aber gerade aus dem Wissen, dass es eben auch anders geht.</p>
<p>so, das war mein kleines Manifest zur Argumentrekonstruktion ; )</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Georg</title>
		<link>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/#comment-324</link>
		<author>Georg</author>
		<pubDate>Wed, 08 Aug 2007 16:39:46 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/#comment-324</guid>
		<description>Die Bevölkerung (Reisende) in gewisser Weise in Geiselhaft (auf den Bahnhöfen) zu nehmen, kann nicht der richtige Weg sein.
Erpressung ist eigentlich das Geschäft der Mafia - eigentlich.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bevölkerung (Reisende) in gewisser Weise in Geiselhaft (auf den Bahnhöfen) zu nehmen, kann nicht der richtige Weg sein.<br />
Erpressung ist eigentlich das Geschäft der Mafia - eigentlich.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>By: Chat Atkins</title>
		<link>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/#comment-322</link>
		<author>Chat Atkins</author>
		<pubDate>Wed, 08 Aug 2007 09:30:01 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/#comment-322</guid>
		<description>Lustig finde ich immer diese implizite Erwartungshaltung, dass die Realität sich nach satzlogisch-argumentativen Erwägungen richte(n solle), dass das richtigere Argument die stärkere Wirkung hätte ...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lustig finde ich immer diese implizite Erwartungshaltung, dass die Realität sich nach satzlogisch-argumentativen Erwägungen richte(n solle), dass das richtigere Argument die stärkere Wirkung hätte &#8230;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>By: Eugen Pissarskoi</title>
		<link>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/#comment-316</link>
		<author>Eugen Pissarskoi</author>
		<pubDate>Tue, 07 Aug 2007 09:50:52 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/#comment-316</guid>
		<description>Die &lt;a href="http://www.gdl.de/" rel="nofollow"&gt;GDL&lt;/a&gt; organisiert nach &lt;a href="http://www.gdl.de/redaktionssystem/downloads/fptv-fakten-broschuere.pdf" rel="nofollow"&gt;eigenen Angaben&lt;/a&gt; 33% aller Zugbegleiter der Bahn. Das dürfte für einen Streik reichen, würde jedoch dessen Koordination umständlicher machen.
 
Inwieweit es um die Eitelkeit von bestimmten Menschen geht, finde ich sehr schwer zu beurteilen, ohne diese Menschen zu kennen. Daher der Versuch, die Gründe, die sie anführen, zu verstehen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://www.gdl.de/" rel="nofollow">GDL</a> organisiert nach <a href="http://www.gdl.de/redaktionssystem/downloads/fptv-fakten-broschuere.pdf" rel="nofollow">eigenen Angaben</a> 33% aller Zugbegleiter der Bahn. Das dürfte für einen Streik reichen, würde jedoch dessen Koordination umständlicher machen.</p>
<p>Inwieweit es um die Eitelkeit von bestimmten Menschen geht, finde ich sehr schwer zu beurteilen, ohne diese Menschen zu kennen. Daher der Versuch, die Gründe, die sie anführen, zu verstehen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Christian</title>
		<link>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/#comment-315</link>
		<author>Christian</author>
		<pubDate>Tue, 07 Aug 2007 06:52:41 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.sprechblase.org/2007/08/07/lokfuhrer-streikt-aber-anders/#comment-315</guid>
		<description>[...] Warum könnte der Streik nicht darin bestehen, dass die Züge fahren, nur das Begleitpersonal es unterlässt, die Tickets zu kontrollieren? [...]

Ganz einfach, weil das Begleitpersonal nicht in der Gewerkschaft der Lokführer ist. Es geht ja ausschließlich um die. Die wollen einen eigenen Tarifvertrag und mehr Kohle.

Was Du vergessen hast: Die GDL handelt mit DB-Konkurrenten Löhne aus, die unter den angepeilten bei der DB liegen. Und bei der Konkurrenz besteht sie nicht auf einem eigenen Tarifvertrag. So hat die Bahn es zumindest heute im Morgenmagazin gesagt. Und der GDL-Typ (der daneben saß) hat das nicht bestritten.

Meiner Meinung nach geht es bei diesem Streik einzig und allein um Eitelkeiten von Gewerkschaftsführern, denen ihre Mitglieder flöten gehen. Und ich kann nur hoffen, dass sich die Bahn nicht auf die Forderungen einlässt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[&#8230;] Warum könnte der Streik nicht darin bestehen, dass die Züge fahren, nur das Begleitpersonal es unterlässt, die Tickets zu kontrollieren? [&#8230;]</p>
<p>Ganz einfach, weil das Begleitpersonal nicht in der Gewerkschaft der Lokführer ist. Es geht ja ausschließlich um die. Die wollen einen eigenen Tarifvertrag und mehr Kohle.</p>
<p>Was Du vergessen hast: Die GDL handelt mit DB-Konkurrenten Löhne aus, die unter den angepeilten bei der DB liegen. Und bei der Konkurrenz besteht sie nicht auf einem eigenen Tarifvertrag. So hat die Bahn es zumindest heute im Morgenmagazin gesagt. Und der GDL-Typ (der daneben saß) hat das nicht bestritten.</p>
<p>Meiner Meinung nach geht es bei diesem Streik einzig und allein um Eitelkeiten von Gewerkschaftsführern, denen ihre Mitglieder flöten gehen. Und ich kann nur hoffen, dass sich die Bahn nicht auf die Forderungen einlässt.</p>
]]></content:encoded>
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