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	<title>Kommentare zu: Weltuntergang, Lebenspartnerwahl oder warum die freie Marktwirtschaft ein optimales System für Götter ist</title>
	<link>http://www.sprechblase.org/2007/07/23/weltuntergang-lebenspartnerwahl-oder-warum-die-freie-marktwirtschaft-ein-optimales-system-fur-gotter-ist/</link>
	<description>Sprache aus Luft</description>
	<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 18:01:56 +0000</pubDate>
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	<item>
		<title>By: Matthias Kiesselbach</title>
		<link>http://www.sprechblase.org/2007/07/23/weltuntergang-lebenspartnerwahl-oder-warum-die-freie-marktwirtschaft-ein-optimales-system-fur-gotter-ist/#comment-240</link>
		<author>Matthias Kiesselbach</author>
		<pubDate>Mon, 23 Jul 2007 15:03:11 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.sprechblase.org/2007/07/23/weltuntergang-lebenspartnerwahl-oder-warum-die-freie-marktwirtschaft-ein-optimales-system-fur-gotter-ist/#comment-240</guid>
		<description>OK -- aber wenn man etwas über bestimmte Märkte zeigen will (konkret: wenn man zeigen will, dass sich in real existierenden Arbeits-, Kapital- oder Konsumgütermärkten bei zufälliger Neuverteilung weder eine wünschenswerte Verteilung noch die jetzige Verteilung ergeben wird), dann sollte man dazu nicht Märkte anführen, die einen erstens gar nicht interessieren und die zweitens ganz anders funktionieren als die Märkte, um die eigentlich geht. Das ist, glaube ich, alles, was Jörg und ich anmerken wollten. Die Liebe ist ein seltsames Spiel.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>OK &#8212; aber wenn man etwas über bestimmte Märkte zeigen will (konkret: wenn man zeigen will, dass sich in real existierenden Arbeits-, Kapital- oder Konsumgütermärkten bei zufälliger Neuverteilung weder eine wünschenswerte Verteilung noch die jetzige Verteilung ergeben wird), dann sollte man dazu nicht Märkte anführen, die einen erstens gar nicht interessieren und die zweitens ganz anders funktionieren als die Märkte, um die eigentlich geht. Das ist, glaube ich, alles, was Jörg und ich anmerken wollten. Die Liebe ist ein seltsames Spiel.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>By: Eugen Pissarskoi</title>
		<link>http://www.sprechblase.org/2007/07/23/weltuntergang-lebenspartnerwahl-oder-warum-die-freie-marktwirtschaft-ein-optimales-system-fur-gotter-ist/#comment-239</link>
		<author>Eugen Pissarskoi</author>
		<pubDate>Mon, 23 Jul 2007 13:16:20 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.sprechblase.org/2007/07/23/weltuntergang-lebenspartnerwahl-oder-warum-die-freie-marktwirtschaft-ein-optimales-system-fur-gotter-ist/#comment-239</guid>
		<description>Ad Jörg und Matthias:
Es stimmt, dass die zwischenmenschlichen Transaktionen „Tausch“ und „Partnerwahl“ sehr unterschiedlich sind. Nichtsdestotrotz gibt es eine Gemeinsamkeit:
	Wir halten es für besser, wenn Partnerwahl &lt;em&gt;freiwillig&lt;/em&gt; geschieht als nicht-freiwillig. 

	Marktliberale halten es für besser, wenn Güter mittels &lt;em&gt;freiwilligen&lt;/em&gt; Tauschs verteilt werden als mittels einer anderen Methode. Marktwirtschaft ist diejenige Ordnung, die dafür sorgt, dass möglichst viele Transaktionen mittels freiwilligen Tauschs geschehen.


Die &lt;em&gt;Freiwilligkeit&lt;/em&gt; ist also die einzige Gemeinsamkeit, auf die ich aufmerksam machen möchte. Sie ist jedoch zentral, da das aus meiner Sicht stärkste Argument für die freie Marktwirtschaft von der Prämsise ausgeht, dass diese den freiwilligen Tausch in komplexen Gesellschaften ermöglicht. Dass es darüber hinaus wahnsinnig viele Unterschiede gibt, sehe ich auch. Die spielen für die angestellte Überlegung aber keine Rolle.

At Chat:
Angenomen, es stimmt, dass "in Ländern, wo freie Partnerwahl herrscht, Ehen sehr viel häufiger scheitern als in Ländern, wo Eltern oder Brautwerber das junge Glück zusammenführen". Und angenommen, dass der Grund dafür, dass die Ehen schneller scheitern, darin liegt, dass die Partnerwahl freiwillig ist (es muss ausgeschlossen werden, dass irgendwelche anderen Aspekte für die Ehedauer verantwortlich sind, die zufällig mit der Freiwilligkeit in der Partnerwahl korrelieren).
Diese Beobachtung würde zum Beispiel zeigen, dass, wenn wir in einer Gesellschaft leben wollten, in der die Lebenspartnerschaft möglichst lange andauerte, wir das Prinzip der Lebenspartnerwahl mittels freiwilliger Entscheidung zu einem anderen Prinzip (z.B. Elternzuteilung) ändern sollten. 
Wir glauben jedoch, dass eine LebenspartnerInnenwahl, die auf freiwilliger Entscheidung basiert, die beiden Menschen glücklicher macht, auch wenn die Partner sich schnell trennen, als eine Auswahl des Lebenspartners durch die Eltern, auch wenn diese Art der Lebenspartnerwahl zu weniger Trennungen führt.
Die Intuition, dass Freiwilligkeit ein recht hoher Wert ist, ist, glaube ich, in unserer Gesellschaft recht verbreitet. Und auf dieser Intuition basiert auch das Argument für den freien Markt, das im Text angegriffen wird.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ad Jörg und Matthias:<br />
Es stimmt, dass die zwischenmenschlichen Transaktionen „Tausch“ und „Partnerwahl“ sehr unterschiedlich sind. Nichtsdestotrotz gibt es eine Gemeinsamkeit:<br />
	Wir halten es für besser, wenn Partnerwahl <em>freiwillig</em> geschieht als nicht-freiwillig. </p>
<p>	Marktliberale halten es für besser, wenn Güter mittels <em>freiwilligen</em> Tauschs verteilt werden als mittels einer anderen Methode. Marktwirtschaft ist diejenige Ordnung, die dafür sorgt, dass möglichst viele Transaktionen mittels freiwilligen Tauschs geschehen.</p>
<p>Die <em>Freiwilligkeit</em> ist also die einzige Gemeinsamkeit, auf die ich aufmerksam machen möchte. Sie ist jedoch zentral, da das aus meiner Sicht stärkste Argument für die freie Marktwirtschaft von der Prämsise ausgeht, dass diese den freiwilligen Tausch in komplexen Gesellschaften ermöglicht. Dass es darüber hinaus wahnsinnig viele Unterschiede gibt, sehe ich auch. Die spielen für die angestellte Überlegung aber keine Rolle.</p>
<p>At Chat:<br />
Angenomen, es stimmt, dass &#8220;in Ländern, wo freie Partnerwahl herrscht, Ehen sehr viel häufiger scheitern als in Ländern, wo Eltern oder Brautwerber das junge Glück zusammenführen&#8221;. Und angenommen, dass der Grund dafür, dass die Ehen schneller scheitern, darin liegt, dass die Partnerwahl freiwillig ist (es muss ausgeschlossen werden, dass irgendwelche anderen Aspekte für die Ehedauer verantwortlich sind, die zufällig mit der Freiwilligkeit in der Partnerwahl korrelieren).<br />
Diese Beobachtung würde zum Beispiel zeigen, dass, wenn wir in einer Gesellschaft leben wollten, in der die Lebenspartnerschaft möglichst lange andauerte, wir das Prinzip der Lebenspartnerwahl mittels freiwilliger Entscheidung zu einem anderen Prinzip (z.B. Elternzuteilung) ändern sollten.<br />
Wir glauben jedoch, dass eine LebenspartnerInnenwahl, die auf freiwilliger Entscheidung basiert, die beiden Menschen glücklicher macht, auch wenn die Partner sich schnell trennen, als eine Auswahl des Lebenspartners durch die Eltern, auch wenn diese Art der Lebenspartnerwahl zu weniger Trennungen führt.<br />
Die Intuition, dass Freiwilligkeit ein recht hoher Wert ist, ist, glaube ich, in unserer Gesellschaft recht verbreitet. Und auf dieser Intuition basiert auch das Argument für den freien Markt, das im Text angegriffen wird.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Matthias Kiesselbach</title>
		<link>http://www.sprechblase.org/2007/07/23/weltuntergang-lebenspartnerwahl-oder-warum-die-freie-marktwirtschaft-ein-optimales-system-fur-gotter-ist/#comment-238</link>
		<author>Matthias Kiesselbach</author>
		<pubDate>Mon, 23 Jul 2007 11:03:40 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.sprechblase.org/2007/07/23/weltuntergang-lebenspartnerwahl-oder-warum-die-freie-marktwirtschaft-ein-optimales-system-fur-gotter-ist/#comment-238</guid>
		<description>&lt;p&gt;Ich finde den Umweg über die Liebesbeziehungen (wie auch Jörg) irreführend. Es ist schließlich klar, dass Lebenspartner-"Märkte" in wichtigen Aspekten anders funktionieren als Konsum- oder Investitionsgüter-Märkte - und auch anders als Arbeitsmärkte. Bei Liebesbeziehungen muss man plausiblerweise sagen, dass die Bindung an einen konkreten anderen Mensch &lt;em&gt;an sich&lt;/em&gt; als wertvoll betrachtet wird (wertvoll &lt;em&gt;ist&lt;/em&gt;, wie ich sagen würde). Das ist bei anderen Märkten anders. Zudem ist eine Beziehung oder Freundschaft eine besondere Art der Assoziation, da ihr Wert (so lässt sich jedenfalls argumentieren) nur dann realisiert wird, wenn sie in einem starken Sinn exklusiv und nicht-revidierbar ist -- und vielleicht sogar, wenn sie so beschaffen ist, dass Vergleichsdaten zu ihrem Wert für den Gebundenen epistemisch nicht zugänglich sind. Es sind Erwägungen dieser Art, die uns von der Rede von "effizienter Verteilung" im Kontext der Liebesbeziehungen abhalten. Und es sind Erwägungen dieser Art, die die Aussage ziemlich leer (wenn nicht ziemlich falsch) erscheinen lassen, dass sich zusammenfindet, was perfekt zu einander passt. S+W würden bestimmt nicht in diesen Märkten so sprechen, wie Du ihnen zu unterstellen scheinst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ansonsten natürlich legitime Punkte über die Bedingungen dafür, dass Märkte ethisch wünschenswerte Resultate bringen. Die sind recht stark und in vielen konkreten sozialen Situationen nicht erfüllt. M.E. lässt sich der Punkt aber stärker machen, wenn man wirklich spezielle Kontexte erstmal raus lässt. Oder?&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde den Umweg über die Liebesbeziehungen (wie auch Jörg) irreführend. Es ist schließlich klar, dass Lebenspartner-&#8221;Märkte&#8221; in wichtigen Aspekten anders funktionieren als Konsum- oder Investitionsgüter-Märkte - und auch anders als Arbeitsmärkte. Bei Liebesbeziehungen muss man plausiblerweise sagen, dass die Bindung an einen konkreten anderen Mensch <em>an sich</em> als wertvoll betrachtet wird (wertvoll <em>ist</em>, wie ich sagen würde). Das ist bei anderen Märkten anders. Zudem ist eine Beziehung oder Freundschaft eine besondere Art der Assoziation, da ihr Wert (so lässt sich jedenfalls argumentieren) nur dann realisiert wird, wenn sie in einem starken Sinn exklusiv und nicht-revidierbar ist &#8212; und vielleicht sogar, wenn sie so beschaffen ist, dass Vergleichsdaten zu ihrem Wert für den Gebundenen epistemisch nicht zugänglich sind. Es sind Erwägungen dieser Art, die uns von der Rede von &#8220;effizienter Verteilung&#8221; im Kontext der Liebesbeziehungen abhalten. Und es sind Erwägungen dieser Art, die die Aussage ziemlich leer (wenn nicht ziemlich falsch) erscheinen lassen, dass sich zusammenfindet, was perfekt zu einander passt. S+W würden bestimmt nicht in diesen Märkten so sprechen, wie Du ihnen zu unterstellen scheinst.</p>
<p>Ansonsten natürlich legitime Punkte über die Bedingungen dafür, dass Märkte ethisch wünschenswerte Resultate bringen. Die sind recht stark und in vielen konkreten sozialen Situationen nicht erfüllt. M.E. lässt sich der Punkt aber stärker machen, wenn man wirklich spezielle Kontexte erstmal raus lässt. Oder?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>By: Chat Atkins</title>
		<link>http://www.sprechblase.org/2007/07/23/weltuntergang-lebenspartnerwahl-oder-warum-die-freie-marktwirtschaft-ein-optimales-system-fur-gotter-ist/#comment-237</link>
		<author>Chat Atkins</author>
		<pubDate>Mon, 23 Jul 2007 10:47:28 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.sprechblase.org/2007/07/23/weltuntergang-lebenspartnerwahl-oder-warum-die-freie-marktwirtschaft-ein-optimales-system-fur-gotter-ist/#comment-237</guid>
		<description>In Ländern, wo freie Partnerwahl herrscht, scheitern Ehen sehr viel häufiger als in Ländern, wo Eltern oder Brautwerber das junge Glück zusammenführen.  Klingt komisch, aber Liebe ist nun mal ein trügerisches Gefühl ...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>In Ländern, wo freie Partnerwahl herrscht, scheitern Ehen sehr viel häufiger als in Ländern, wo Eltern oder Brautwerber das junge Glück zusammenführen.  Klingt komisch, aber Liebe ist nun mal ein trügerisches Gefühl &#8230;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>By: ben_</title>
		<link>http://www.sprechblase.org/2007/07/23/weltuntergang-lebenspartnerwahl-oder-warum-die-freie-marktwirtschaft-ein-optimales-system-fur-gotter-ist/#comment-236</link>
		<author>ben_</author>
		<pubDate>Mon, 23 Jul 2007 10:31:48 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.sprechblase.org/2007/07/23/weltuntergang-lebenspartnerwahl-oder-warum-die-freie-marktwirtschaft-ein-optimales-system-fur-gotter-ist/#comment-236</guid>
		<description>Huhu. Also einer meiner Philosophie Professoren hat mal zum Thema "Freier Wille" gesagt, dass schon die Annahme, dass Menschen, wirklich wollen, dass ihre Wünsche in Erfüllung gehen (geschweige denn mit den erfüllten Wünschen glücklich wären) eine sei, die mit Denken wohl nicht zu rechtfertigen sei. 

Den Zusammenhang zur Marktwirschaft (und erst recht zur Lebenspartnerschaft), darf sich ein jeder selbst ausmalen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Huhu. Also einer meiner Philosophie Professoren hat mal zum Thema &#8220;Freier Wille&#8221; gesagt, dass schon die Annahme, dass Menschen, wirklich wollen, dass ihre Wünsche in Erfüllung gehen (geschweige denn mit den erfüllten Wünschen glücklich wären) eine sei, die mit Denken wohl nicht zu rechtfertigen sei. </p>
<p>Den Zusammenhang zur Marktwirschaft (und erst recht zur Lebenspartnerschaft), darf sich ein jeder selbst ausmalen.</p>
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	<item>
		<title>By: Jörg Friedrich</title>
		<link>http://www.sprechblase.org/2007/07/23/weltuntergang-lebenspartnerwahl-oder-warum-die-freie-marktwirtschaft-ein-optimales-system-fur-gotter-ist/#comment-235</link>
		<author>Jörg Friedrich</author>
		<pubDate>Mon, 23 Jul 2007 10:14:16 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.sprechblase.org/2007/07/23/weltuntergang-lebenspartnerwahl-oder-warum-die-freie-marktwirtschaft-ein-optimales-system-fur-gotter-ist/#comment-235</guid>
		<description>Die beiden Transaktionen "Tausch" und "Partnerwahl" sind überhaupt nicht miteinander vergleichbar, da bei der Partnerwahl etwas fehlt, welches der Rolle des Geldes gleichkommt.

Wenn ein Mensch den Partner wählt, den er haben möchte, schränkt er die Wahl genau dieses Menschen ein. Er gibt demjenigen nichts, womit der er sich seinen Wunsch erfüllen könnte, er behauptet, dass die Wunscherfüllung für den anderen ebenfalls genau in dieser Transaktion liegt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die beiden Transaktionen &#8220;Tausch&#8221; und &#8220;Partnerwahl&#8221; sind überhaupt nicht miteinander vergleichbar, da bei der Partnerwahl etwas fehlt, welches der Rolle des Geldes gleichkommt.</p>
<p>Wenn ein Mensch den Partner wählt, den er haben möchte, schränkt er die Wahl genau dieses Menschen ein. Er gibt demjenigen nichts, womit der er sich seinen Wunsch erfüllen könnte, er behauptet, dass die Wunscherfüllung für den anderen ebenfalls genau in dieser Transaktion liegt.</p>
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