Bertrand Russell über die Hölle

20. Juli 2007
Matthias Kiesselbach

[…] Eine besonders qualvolle Kammer wird einzig und allein von Philosophen bewohnt, die Hume widerlegt haben. Obwohl in der Hölle, sind sie deshalb noch nicht weiser geworden. Sie lassen sich weiterhin von ihrem tierischen Hang zur Induktion leiten. Aber jedesmal, wenn sie eine Induktion gemacht haben, wird sie vom nächsten Moment falsifiziert. Dies passiert allerdings nur während der ersten hundert Jahre ihrer Verdammnis. Danach wissen sie, dass sie bei einer Induktion eine Falsifikation erwarten müssen, und also werden sie nicht falsifiziert, bis ein weiteres Jahrhundert logischer Tortur ihre Erwartungen wiederum verändert hat. Die ganze Ewigkeit hindurch gibt es fortgesetzt Überraschungen, aber jedesmal auf einer höheren logischen Ebene. […]

(aus: Bertrand Russell, “Der Alptraum des Metaphysikers”, in: Stanislaw Lem (Hrsg.), Ist Gott ein Taoist?, Ffm 1988)

Ein Kommentar zu “Bertrand Russell über die Hölle”

  1. Chat Atkins 21. Juli 2007 (17:03 Uhr)

    Was aber wäre dann die Erlösung - resp. der ‘Himmel’? Die Deduktion ja wohl kaum. Bleibt das Einstellen allen Folgerns, das große Ommmm …

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