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	<title>Kommentare zu: Moralvorstellungen müssen heute leider draußen bleiben - Geschlossen wegen Inzest</title>
	<link>http://www.sprechblase.org/2007/02/26/moralvorstellungen-mussen-heute-leider-drausen-bleiben-geschlossen-wegen-inzest/</link>
	<description>Sprache aus Luft</description>
	<pubDate>Thu, 17 May 2012 22:21:16 +0000</pubDate>
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	<item>
		<title>By: Matthias Kiesselbach</title>
		<link>http://www.sprechblase.org/2007/02/26/moralvorstellungen-mussen-heute-leider-drausen-bleiben-geschlossen-wegen-inzest/#comment-4</link>
		<author>Matthias Kiesselbach</author>
		<pubDate>Mon, 26 Feb 2007 13:13:44 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.sprechblase.org/2007/02/26/moralvorstellungen-mussen-heute-leider-drausen-bleiben-geschlossen-wegen-inzest/#comment-4</guid>
		<description>Eindeutige Zustimmung zur These, dass Moral (im Sinne von der Frage nach dem, was gut ist und was nicht) in die Politik gehört. Die Verwirrung hinter der Verneinung dieser eigentlich ja ganz schön klaren Sache nervt mich auch schon seit langem.&lt;p&gt;
Aber ich finde, dass es dabei kein allzu großes Problem ist zuzulassen, dass die Menge der moralischen Positionen größer ist (und auch sein darf) als die Menge der strafrechtlichen Bestimmungen. Gibt es Dinge, die ("moralisch") zu verurteilen sind, und die nicht bestraft werden sollen? Warum nicht? Warum sollte es nicht viele Dinge geben, die schlecht sind, deren Bestrafung aber auch schlecht wäre? Zum Beispiel dies: Leute auf der Straße beleidigen. Oder dies: In die Schweiz ziehen um Steuern zu sparen.&lt;p&gt;
Außerdem gibt es unter Zuhilfenahme einer weiteren Prämisse noch eine ganze Klasse solcher Dinge: Obwohl das Strafrecht das Ziel haben muss, mit der Wahrheit von Gut und Schlecht zu korrespondieren, hinkt es manchmal aus prozeduralen Gründen hinterher. Manchmal wird zum Beispiel übles Verhalten strafrechtlich (noch) nicht berücksichtigt. Aus Gründen der Rechtstaatlichkeit - auch etwas Gutes! - können wir hier sagen, dass dieses üble Verhalten dann bitteschön auch nicht bestraft werden soll. (Hier offenbaren sich übrigens zwei Bedeutungen von 'sollen'.)&lt;p&gt;
Aber wie dem auch sei - der Zusammenhang zwischen der alten Verwirrung in der normativen Sprache und dem (neuen) naiven moralischen Relativismus ist ein guter Punkt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Eindeutige Zustimmung zur These, dass Moral (im Sinne von der Frage nach dem, was gut ist und was nicht) in die Politik gehört. Die Verwirrung hinter der Verneinung dieser eigentlich ja ganz schön klaren Sache nervt mich auch schon seit langem.
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Aber ich finde, dass es dabei kein allzu großes Problem ist zuzulassen, dass die Menge der moralischen Positionen größer ist (und auch sein darf) als die Menge der strafrechtlichen Bestimmungen. Gibt es Dinge, die (&#8221;moralisch&#8221;) zu verurteilen sind, und die nicht bestraft werden sollen? Warum nicht? Warum sollte es nicht viele Dinge geben, die schlecht sind, deren Bestrafung aber auch schlecht wäre? Zum Beispiel dies: Leute auf der Straße beleidigen. Oder dies: In die Schweiz ziehen um Steuern zu sparen.</p>
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Außerdem gibt es unter Zuhilfenahme einer weiteren Prämisse noch eine ganze Klasse solcher Dinge: Obwohl das Strafrecht das Ziel haben muss, mit der Wahrheit von Gut und Schlecht zu korrespondieren, hinkt es manchmal aus prozeduralen Gründen hinterher. Manchmal wird zum Beispiel übles Verhalten strafrechtlich (noch) nicht berücksichtigt. Aus Gründen der Rechtstaatlichkeit - auch etwas Gutes! - können wir hier sagen, dass dieses üble Verhalten dann bitteschön auch nicht bestraft werden soll. (Hier offenbaren sich übrigens zwei Bedeutungen von &#8217;sollen&#8217;.)</p>
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Aber wie dem auch sei - der Zusammenhang zwischen der alten Verwirrung in der normativen Sprache und dem (neuen) naiven moralischen Relativismus ist ein guter Punkt.</p>
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